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Für die Umbenennung des Carl Duisberg Gymnasiums in Wuppertal! Offener Brief an das Carl Duisberg GymnasiumAn die Schulkonferenz und an die Fraktionen im Wuppertaler Rathaus Am 24.9.2011 starten die Feierlichkeiten des Carl Duisberg Gymnasiums zu ihrem 150. jährigen Bestehen. Am 29.9.2011 jährt sich zum 150. Mal der Geburtstag des Chemikers und Industriellen Carl Duisberg. Diese Feierlichkeiten sind eine gute Gelegenheit, erneut die Umbenennung des Carl Duisberg Gymnasiums in Wuppertal anzuregen. Bereits 1985 forderte die Ratsfraktion der Grünen (allerdings vergeblich) einen neuen Namen für das städtische Gymnasium: Carl Duisberg sei als Erforscher und Produzent von Giftgas und als Mitinitiator der Zwangsdeportationen von belgischen Zivilisten während des Ersten Weltkrieges als Namensgeber nicht tragbar. In den letzten Jahren hat sich erfreulicherweise eine neue politische Sensibilität in der Wuppertaler Öffentlichkeit entwickelt, das zeigen beispielsweise die offenen Debatten um Eduard von der Heydt und auch um Paul von Lettow-Vorbeck. Ausdruck dieser neuen Debattenkultur sind die Empfehlungen, die die vom Stadtrat einberufene „Kommission zur Kultur des Erinnerns“ 2008 erarbeitet hat, auf die wir uns auch im Fall Carl Duisberg beziehen wollen: „Neubenennungen von Straßen und Plätzen erfolgen grundsätzlich nach Menschen, die sich in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur, Sport, auf sozialem oder sonstigem Gebiet Verdienste erworben haben. Wenn es sich um politische Persönlichkeiten handelt, ist ihre demokratische Gesinnung dafür Voraussetzung. Straßen oder Plätze werden nach gründlicher Aufarbeitung und Diskussion dann umbenannt, wenn der bisherige Namenspatron an Kriegsverbrechen oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit beteiligt war oder durch eine antisemitische, rassistische oder andere militant-totalitäre Haltung zu Volksverhetzung oder Gewaltbereitschaft beigetragen hat.“ Carl Duisberg Nach Auswertung der neueren Forschungsarbeiten (siehe die Literaturhinweise) und der erneuten Durchsicht der älteren Forschung ist es - aus unserer Sicht - nicht mehr zu akzeptieren, dass Carl Duisberg als Namensgeber eines öffentlich finanzierten Gymnasiums geehrt wird. Selbst die Bayer AG verzichtet – mittlerweile – auf eine öffentliche Ehrung Duisbergs anlässlich seines 150. Geburtstages. Eine andere Richtung schlägt - zu unserem Bedauern - das Carl Duisberg Gymnasium in ihrer neu erschienenen Festschrift ein, in der sie offensiv die Namensgebung verteidigt. Die neue Festschrift räumt zwar Duisbergs Beteiligung am Gaskrieg und an der Deportation von belgischen Zivilisten zur Zwangsarbeit ein, sein Einsatz zur Entwicklung von bakteriologischen Kampfstoffen, sein Eintreten für den unbeschränkten U-Boot-Krieg, für die Annexion von Belgien und Nordfrankreich, seine Forderung nach deutschen Lebensraum im Osten und der Vernichtung von England, seine Mitgliedschaft in der völkischen und antisemitischen Deutschen Vaterlandspartei, seine Mitwirkung bei den geheimen und illegalen Rüstungsprogrammen der Reichswehr Ende der Zwanziger Jahre, die Rolle der IG Farben während des Nationalsozialismus, die großzügige 400.000 RM Spende für Hitlers Wahlkampf und Duisbergs Mitarbeit in der von Hans Frank 1933 neu gegründeten “Akademie für Deutsches Recht“, wird unterschlagen. Man folgt der Einschätzung von Duisbergs bisherigen Biographen, Duisberg wäre nicht verantwortlich für sein Handeln, sondern nur „ein Kind seiner Zeit" oder ein „verführter Verführer". Zur Veranschaulichung seien hier die wichtigsten Passagen aus der Festschrift zitiert: "Wie immer man Carl Duisberg in der Rückschau bewerten will, er scheint der Prototyp des genialen Industriellen und Forschers schlechthin gewesen zu sein." "Heute erscheint es als unzweifelhaft, dass der Einsatz von Giftsgas gegen den Artikel 23 der Haager Landkriegsordnung verstieß, obwohl 1925 eine deutsch-parlamentarische Untersuchungskommission zu einem gegenteiligen Urteil gekommen ist; müßig der Hinweis, dass auch Frankreich Giftgas einsetzte oder das die englische Seeblockade mit den vielen Hungertoten unter der deutschen Zivilbevölkerung völkerrechtswidrig war. Unrecht kann nicht gegen Unrecht aufgewogen werden. Duisberg forcierte die Erforschung, Entwicklung und Produktion von Gasmunition seit Ende 1914. (...) Ob und wieweit den Beteiligten die Völkerrechtswidrigkeit bewusst war, ist kaum zu klären- und ist eine Frage, die den Blick auf die historische Situation verstellt. Entgegen den Erwartungen hatte sich der Krieg in einen Stellungskrieg verwandelt, der Einsatz von Gas sollte zu einem militärischen Vorteil führen. Und hier fühlte sich Duisberg ganz seinem Vaterland verpflichtet, denn als Mensch der Kaiserzeit erfüllten ihn Nationalstolz und Kaisertreue. Es erschien ihm als selbstverständlich, all seine unternehmerische Schaffenskraft für die Erringung eines Siegfriedens im Ersten Weltkrieg einzusetzen. Und auch seine Forderung, zwangsweise belgische Arbeitslose in das Deutsche Reich zu deportieren, ist aus der oben angedeuteten Geisteshaltung zu verstehen. (...) Carl Duisberg kann sicherlich nicht als Vorbild für ein modernes Demokratieverständnis dienen. (...) Als Patriarch lehnte er die Gewerkschaften ab, gewerkschaftliche Mitbestimmung innerhalb der Betriebe war für ihn undenkbar. Er war ein Gegner der Gewerkschaften, nicht aber der Arbeiter.“ (Festschrift zum 150. Bestehen des Carl Duisberg Gymnasiums - September 2011) Ein paar Sätze zur Korrektur und zur persönlichen Verantwortung von Carl Duisberg: 1. Die Beteiligung an der Erforschung und Produktion von Giftgaswaffen einzuräumen, gleichzeitig aber darauf hinzuweisen, das Frankreich im weiteren Kriegsverlauf auch Giftgas einsetzte, ist eine beliebte Argumentationsfigur aus der Weimarer Republik, um die Kriegsschuld Deutschlands zurückzuweisen. Absurd ist es auch, ausgerechnet Carl Duisberg zu unterstellen, er hätte die Völkerrechtswidrigkeit des Giftgaseinsatzes und der Zwangsdeportationen nicht geahnt, das ist aufgrund der Quellenlage eindeutig falsch. Im Herbst 1914 wurde nach einem Vorschlag von Major Max Bauer vom Kriegsministerium eine Kommission ins Leben gerufen, die sich mit der Nutzung der giftigen Abfallstoffe in der Farbenindustrie für Kampfhandlungen beschäftigen sollte. Diese unterstand der Leitung von Carl Duisberg (Bayer) und Walter Nernst (Chemieprofessor an der Universität Berlin). Fritz Haber, Leiter der Chemieabteilung der Rohstoffbehörde im preußischen Kriegsministerium und ab 1912 Direktor des Kaiser Wilhelm-Instituts für physikalische Chemie und Elektrochemie in Berlin-Dahlem, schlug der Heeresleitung die Nutzung von Chlorgas für militärische Zwecke vor, wobei wissentlich gegen die Haager Landkriegsordnung verstoßen wurde, die den Einsatz von Giftgas verbietet. Carl Duisberg war bei den ersten Chlorgasversuchen auf dem Kölner Truppenübungsplatz Wahn sogar persönlich anwesend. Der erste Einsatz von Chlorgas durch das deutsche Heer erfolgte im belgischen Ypern. Bei diesem Angriff gab es schätzungsweise 2.000 bis 3.000 Gasverletzte und 800 bis 1.400 Tote. Insgesamt geht die Forschung von insgesamt 60.000 Toten des Gaskrieges aus, der von Deutschland begonnen wurde. Die chemische Industrie arbeitete ständig an der „Optimierung“ des Einsatzes von Giftgas: Chlorgas wurde beispielsweise erst auf den Gegner geblasen, später dann mit Gasgranaten verschossen. Unter Duisbergs Leitung wurden bei Bayer weitere Kampfstoffe entwickelt: Phosgen, das giftiger war als Chlorgas und mit farbig markierten Geschossen, sog. „Grünkreuz“-Granaten, verschossen wurde, und später Senfgas. Die sogenannten „Blaukreuz“-Granaten enthielten ein Gas, das zu Erbrechen und Reizung der Atemwege führte, so dass die Soldaten ihre Gasmasken abnehmen mussten und dann das gleichzeitig abgeschossene tödliche Senf- oder Chlorgas einatmeten. 2. Die neuere Forschung belegt eindeutig, das Duisberg nicht nur als glühender Parteigänger des Kaisers und des deutschen Imperialismus handelte, sondern auch immer den ganz persönlichen Unternehmensgewinn im Blick hatte. Neu ausgewertete Quellen aus dem Bayer-Archiv ergeben, das Duisberg nicht nur aus nationalem Interesse mit großer Eigeninitiative die Tauglichkeit der Giftgase für den Kriegseinsatz erforschen ließ, sondern besonders gerne auch seine eigenen Giftgase absetzen wollte, obwohl er wusste, das sie zu diesem Zeitpunkt nicht so mörderisch waren wie das letztlich in Ypern eingesetzte Chlorgas. Insgesamt waren sich die Industriellen der Chemieindustrie sehr bewusst, das ohne ihre Munitions- und Giftgasproduktion der Weltkrieg nach kurzer Zeit wegen Munitionsmangel hätte beendet werden müssen. Diese Macht nutzten Duisberg und Co. offensiv aus. Sie diktierten die Preise, riefen nach Arbeitskräften und Zwangsarbeitern und forcierten das gigantische Rüstungsprogramm, das sog. Hindenburg-Programm. 3. Duisberg engagierte sich ab 1915 verstärkt in der vom „Alldeutschen Verband“ gesteuerten Kriegszielbewegung und wurde sogar Vorstandsmitglied des „Unabhängigen Ausschuß für einen deutschen Frieden“. Er forderte u.a. offensiv die Annexion des besetzten Belgiens und Nordfrankreichs und etwas später auch "deutschen Lebensraum" im besetzten Polen und Russland. Besonders auffällig ist sein Hass auf die "Giftspinne England" und das "englische Krämervolk", das man notfalls völkerrechtswidrig - wie er selbst einräumte - aus der Luft bombardieren sollte. Duisberg hatte beste Kontakte auch zur neuen Obersten Heeresleitung OHL unter Hindenburg und Ludendorff, die er persönlich traf und die er vor allem direkt politisch beeinflussen konnte. Duisberg mischte sich offensiv in die Kriegszielplanung ein, forderte den uneingeschränkten U-Boot-Krieg und setzte sich erfolgreich für die Absetzung des angeblich zu nachgiebigen) Kanzlers Bethmann- Hollweg ein. 1917 trat der „unpolitische Duisberg“ dann sogar in die Deutsche Vaterlandpartei ein, in der auch ein Wolfgang Kapp und Admiral Tirpitz führend beteiligt waren. Hans Ulrich Wehler nannte diese Partei eine „rechtsextreme Massenorganisation mit deutlich präfaschistischen Zügen“, die die „fanatisierten Anhänger eines Siegfriedens und exorbitanter Kriegsziele“ zusammenführte. Ihre Parolen waren, so Wehler, „eine „giftige Fusion“ aus Antisemitismus, Radikalnationalismus, Expansionismus und Reformblockade. 4. Die Zwangsdeportation von ca. 60.000 belgischen Zivilisten war keineswegs eine Form einer wie auch immer gearteten Arbeitslosenpolitik des Kaiserreiches, sondern völkerrechtswidrig und sogar bei der Zivilverwaltung in Brüssel und dem zuständigen Zivilgouverneur sehr umstritten. "Öffnen Sie das große Menschenbassin Belgien", rief Carl Duisberg dem preußischen Kriegsminister im September 1916 zu. "Wir haben aus Polen Tausende von Arbeitern herausgeholt, aber aus Belgien nicht einen einzigen bekommen. Und die, die wir bekommen haben, sind weggelaufen, weil sie es in Belgien besser haben als bei uns." Duisberg hatte ein paar Monate vorher dafür plädiert, die Arbeitsmöglichkeiten und die Lebensmittel in Belgien zu rationieren, um die "Arbeitslust" der Belgier in Deutschland zu steigern. Als diese Maßnahmen nichts fruchteten, wurden die Meldeämter im besetzten Belgien angewiesen, Listen zu erstellen, wer als "arbeitslos" oder "arbeitsscheu" zur Zwangsarbeit nach Deutschland "abgeschoben" werden sollte. Zum Teil wurden die ausgesuchten Arbeiter in ihren Häusern überfallen und gewaltsam per Viehwaggon zur Zwangsarbeit nach Deutschland verfrachtet. Interessant ist auch das Verhältnis Duisbergs zu den Zwangsarbeitern: So erörterte Duisberg 1916 ernsthaft den Vorschlag des Kölner Industriellen Heinrich Späth, die Gesichter von Zwangsarbeitern mit einer erst nach Haftverbüßung wieder entfernbaren Spezialfarbe zu bemalen, um Fluchtversuche zu erschweren. Duisberg lehnte den Vorschlag ab, aber nicht aus humanitären Gründen, sondern weil es solche Farben bislang nicht gäbe, die Idee gab er aber an das Militär weiter. ( Jens Thiel: Menschenbassin Belgien, S. 112) Eine Chance für die historisch-politische Bildungsarbeit - nicht nur am CDG Eine neue Debatte um den Namen der Schule kann– fächerübergreifend – die inhaltliche Auseinandersetzung stärken. Die Beschäftigung mit der Person Carl Duisbergs kann insbesondere das Geschichtsbild über den ersten Weltkrieg präzisieren. Hier bietet sich z.B. ein Projektschwerpunkt zur Giftgasforschung und –produktion, aber auch zur Munitionsproduktion an. Eine Untersuchung der „Kriegszielbewegung“ und des „Alldeutschen Verbandes“ ist auch im Hinblick auf die Durchsetzung eines völkischen Antisemitismus in der Weimarer Republik und auf die Konzeption der nazistischen Lebensraum-Ideologie ergiebig. Darüber hinaus wäre ein Schwerpunkt zur weitgehend unbekannten Geschichte Belgiens im Ersten Weltkrieg vielversprechend, der sehr gut mit Exkursionen und schulischen Kontakten nach Belgien zu verknüpfen wäre. Projektfelder für ein Belgienprojekt wären insbesondere die Giftgaseinsätze in Ypern, die Zwangsdeportationen von belgischen Zivilisten, die Kriegsverbrechen der deutschen Armee an belgische Zivilisten (Dinant, Löwen ) und der Mythos von Langemarck. Last but not least geht es (nicht nur in der Schule) um die moralische Verantwortung von WissenschaftlerInnen und Industriellen, auch hier bietet sich insgesamt eine Beschäftigung mit der Geschichte des Bayer Konzerns bzw. der IG Farben an. Eine neuer NameDie Frage nach der persönlichen Verantwortung führt uns auch zu einem Vorschlag für einen neuen Namen. Bei der Recherche sind wir auf die Chemikerin Clara Immerwahr gestoßen. Sie war eine der ersten deutschen Frauen mit einem Doktortitel und engagierte Frauenrechtlerin. Im Jahr 1901 heiratete sie den Chemiker (und späteren Nobel-Preisträger) Fritz Haber. Als Fritz Haber im Verlauf des Ersten Weltkriegs (im Bunde mit Carl Duisberg) als Abteilungsleiter die wissenschaftliche Verantwortung für das gesamte Kampfgaswesen übernahm, missbilligte seine Frau in aller Öffentlichkeit seine Unternehmungen als Perversion der Wissenschaft. Als ihr Mann aufgrund des „erfolgreichen“ Giftgaseinsatzes in Ypern befördert wurde, erschoss sie sich mit seiner Dienstwaffe auf der Wiese vor ihrer Villa. Haber zeigte sich davon unbeeindruckt und fuhr noch am selben Tag nach Galizien, um weitere Giftgaseinsätze vorzubereiten. Verein zur Erforschung der sozialen Bewegungen im Wuppertal 23.9.2011Weitere UnterzeichnerInnen melden sich bitte bei info@wuppertaler-widerstand.de
Literaturhinweise: Baumann, Timo: Giftgas und Salpeter. Chemische Industrie, Naturwissenschaft und Militär von 1906 bis zum ersten Munitionsprogramm 1914/15. Diss. 2008. http://docserv.uni-duesseldorf.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-19485/YPERN%281%29-PDFA.pdf Borkin, Joseph: Die unheilige Allianz der I.G. Farben. Eine Interessengemeinschaft im Dritten Reich. Frankfurt am Main/New York: Campus 1990. Das Werk des Untersuchungsausschusses der Verfassunggebenden Deutschen Nationalversammlung und des Deutschen Reichstages: Die Ursachen des Deutschen Zusammenbruchs im Jahre 1918; Dritte Reihe, hrsg. von Johannes Bell: Völkerrecht im Weltkrieg; Vierter Band: Der Gaskrieg / Der Luftkrieg / Der Unterseebootkrieg /Der Wirtschaftskrieg, Berlin 1927 Duisberg, Carl: ”Die Reizstoffe für den Gaskampf und die Mittel zu seiner Abwehr“, Mai 1916, Fassung ”V Original“. BAL 201-005-002 Feldman, Gerald: Armee, Industrie und Arbeiterschaft in Deutschland 1914–1918. Berlin: Dietz 1985. Fischer, Fritz: Griff nach der Weltmacht. Die Kriegszielpolitik des kaiserlichen Deutschland 1914/18. Kronberg1977 Groehler, Olaf: Der lautlose Tod. Ber-lin (Ost): Verlag der Nation 1978, Haber, Ludwig F.: The Poisonous Cloud. Chemical Warfare in the First World War. Oxford: Clarendon 1986. Hering, Rainer: Konstruierte Nation. Der Alldeutsche Verband 1890 bis 1939 (= Hamburger Beiträge zur Sozial- und Zeitgeschichte; Bd. 40), Hamburg 2003 Hirschfeld, Gerhard / Gerd Krumeich / Irina Renz [Hrsg.]: Enzyklopädie Erster Weltkrieg, Paderborn 2003. Jeffreys, Diarmuid : „Weltkonzern und Kriegskartell“. Das zerstörerische Werk der IG Farben, München 2011. Köhler, Otto: …und heute die ganze Welt. Die Geschichte der IG Farben BAYER, BASF und HOECHST. Köln: PapyRossa 1990. Lepick, Oliver: La Grande Guerre chimique: 1914–1918. Paris: Presses Univ. de France 1998. Lindner, Stephan H.: Hoechst. Ein I.G. Farben Werk im Dritten Reich. München: Beck 2005. Martinetz, Dieter : Der Gaskrieg 1914/18. Entwicklung, Herstellung und Einsatz chemischer Kampfstoffe. Bonn1996; Maier, Helmut: Forschung als Waffe. Rüstungsforschung in der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft und das Kaiser-Wilhelm-Institut für Metallforschung 1900 bis 1945/48 (= Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus, hrsg. von Reinhard Rürup und Wolfgang Schieder im Auftrag der Präsidentenkommission der Max-Planck-Gesellschaft, Bd. 16), Göttingen 2007. Plumpe, Gottfried: Die I.G. Farbenindustrie AG. Wirtschaft, Technik und Politik 1904–1945. Berlin: Duncker & Humblot 1990. Radandt, Hans (Hg.): Fall 6. Ausgewählte Dokumente und Urteil des IG-Farben-Prozesses. Berlin: VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften 1970. Roth, Karl Heinz: Die Geschichte der I.G. Farbenindustrie AG von der Gründung bis zum Ende der Weimarer Republik [pdf] Karl Heinz Roth_Die Geschichte der IG Farbenindustrie AG von der Gründung bis zum Ende der Weimarer Republik Portz, Thomas: Großindustrie, Kriegszielbewegung und OHL. Siegfrieden und Kanzlersturz: Carl Duisberg und die deutsche Außenpolitik im ErstenWeltkrieg, Lauf/Pegnitz 2000 Szöllösi-Janze, Margit: Fritz Haber 1868–1934. Eine Biographie. München1998. Thiel, Jens: „Menschenbassin Belgien“: Anwerbung, Deportation und Zwangsarbeit im Ersten Weltkrieg. Essen 2007. Wehler, Hans-Ulrich: Deutsche Gesellschaftsgeschichte: Bd. Vom Beginn des Ersten Weltkriegs bis zur Gründung der beiden deutschen Staaten 1914-1949, München 2003
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Zum 66. Jahrestag der Befreiung Wuppertals: Ein Denkmal der Namen für Wuppertal Freitag 15. April 2011 ab 15:00 Uhr im Deweerth’schen Garten am Denkmal für die NS-Opfer Gedenktafel-Enthüllung und Präsentation des interaktiven und digitalen Gedenkbuchs für die NS-Opfer aus Wuppertal – www.gedenkbuch-wuppertal.de Es sprechen: Prof. Dr. Heinz Sünker, Bergische Universität Wuppertal Peter Jung, Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal Jacques Altmann, Paris, UDA, Resistance-Kämpfer und Auschwitz-Überlebender Marianne Hecht-Wieber, VVN-BdA und Tochter des Widerstandskämpfers Emil Löhde Roman Franz, Vorsitzender des Landesverbandes Sinti und Roma NRW Ulrich Tesch, Angehöriger von einem Wuppertaler Euthanasieopfer Jürgen Stamm, ehemaliger 1. Bevollmächtigter der IG Metall Stuttgart Kulturprogramm im Festzelt mit: Roswita Dasch, Uli Klan und Erhard Ufermann; ab 18:00 Uhr Konzert mit Microphone Mafia Liberation Day Am 15. April 2011 jährt sich der Tag der Befreiung Wuppertals durch die Truppen der US-Army zum 66.Mal. Zu diesem Wuppertaler Befreiungstag laden wir in Zusammenarbeit mit Gewerkschaften, Geschichtsvereinen und Opferverbänden Angehörige von Wuppertaler NS-Opfern aus den USA, Israel, der Ukraine, Weißrussland, den Niederlanden und aus Frankreich nach Wuppertal ein. Angehörige der ermordeten WiderstandskämpferInnen aus der Arbeiterbewegung werden ebenfalls zur Gedenkfeier erwartet. Darüber hinaus bemühen wir uns um die Einladung von Angehörigen der oftmals vergessenen NS-Opfer, wie z.B. der Wuppertaler Roma und Sinti, der Zeugen Jehovas, der Opfer der Militärjustiz, der Euthanasie-Opfer und von KZ-Gefangenen. Weitere Ehrengäste sind ehemalige niederländische Zwangsarbeiter, Veteranen der US-Army, die Wuppertal befreit haben und die Angehörigen der Roten Armee, die im Veteranenclub der jüdischen Kultusgemeinde Wuppertal organisiert sind. Am 15.April soll im Beisein der Angehörigen eine Gedenktafel mit 3.100 Namen Wuppertaler NS-Opfer am kommunalen Denkmal für die Opfer des Nationalsozialsmus im Deweerth’schen Garten in Wuppertal-Elberfeld enthüllt werden. Am Denkmal für die NS-Opfer soll damit ein Ort in Wuppertal entstehen, an dem die Namen der Getöteten nachgelesen werden können und an dem die Opfer geehrt werden. Digitales und interaktives Gedenkbuch www.gedenkbuch-wuppertal.de Der zweite Schwerpunkt der Gedenkfeier am 15. April 2011 ist die Präsentation des digitalen und interaktiven Gedenkbuches www.gedenkbuch-wuppertal.de, das den Opfern des Nationalsozialismus in Wuppertal ihre Namen, ihre Gesichter und - soweit möglich - ihre Lebensgeschichten wiedergeben soll. Als Inspiration für das Projekt diente vor allem das „Denkmal der Namen” in Villach und die „Mauer der Namen” (le mur des Noms) im Memorial de la Shoah in Paris. Zum ersten Mal im deutschen Sprachraum entsteht damit im Internet ein Gedenkbuch, das explizit alle Opfergruppen berücksichtigt. Das digitale Gedenkbuch entsteht mithilfe interaktiver „Web 2.0”-Anwendungen. Es wird in deutscher, russischer und englischer Sprache online veröffentlicht und soll den internationalen Austausch und die Kommunikation mit Angehörigen der NS-Opfern und WissenschaftlerInnen befördern. Unsere Einladung zur Mitarbeit am interaktiven Gedenkbuch Während das Schicksal der Wuppertaler Juden, der ermordeten Angehörigen der Arbeiterbewegung und des kirchlichen Widerstands weitgehend erforscht ist, gibt es über die (vergessenen) Opfergruppen wie z.B. die Roma und Sinti, die Zeugen Jehovas, die als „Asoziale“, „Arbeitsscheue“ oder „Berufsverbrecher“ ins KZ verschleppten Gefangenen, die „Euthanasie“-Opfer, über Homosexuelle, Deserteure und ZwangsarbeiterInnen kaum verlässliche und öffentlich zugängliche Informationen. Das wollen wir mit dem digitalen und interaktiven Gedenkbuch ändern. Unsere Einladung richtet sich zum einen an die Familienangehörigen der Wuppertaler NS-Opfer. Helfen Sie, den Lebensgeschichten ihrer Angehörigen eine würdige Form zu geben. Zum anderen bitten wir die verschiedenen engagierten Einzelpersonen, Vereine, Kirchen und Verbände, LehrerInnen und DozentInnen, StudentInnen und SchülerInnen um Mithilfe bei Recherche und Formulierung der einzelnen Biographien. Glücklicherweise haben engagierte Bürger und Verbände den Kontakt zu den Wuppertaler NS-Opfern und ihren Familien in aller Welt gehalten. Es sind dabei über die Jahre vielfältige historische Materialien, Briefwechsel, Fotos und Filme entstanden. Wir möchten dazu einladen, Ihr Wissen, Ihre Recherchen, Ihre Fotos und Erinnerungen an die Wuppertaler NS-Opfer mit uns und der Öffentlichkeit zu teilen. Das Gedenkbuch wird interaktiv sein, und wartet auf Ihre Biographien, Dokumente, Briefe und Fotos. Kontakt: www.wuppertaler-widerstand.de – info@wuppertaler-widerstand.de Verein zur Erforschung der sozialen Bewegungen im Wuppertal e.V., NS-Spurensuche in Wuppertal e.V., Center for International Studies in Social Policy and Social Services der Bergischen Universität Wuppertal, DGB Wuppertal, Else Lasker Schüler Gesellschaft, IG Metall Wuppertal, Landesverband deutscher Sinti und Roma NRW, Stolpersteine in Wuppertal e.V., VVN-BdA Wuppertal. Gefördert von: Barmenia Versicherung; Bundesprogramm „VIELFALT TUT GUT. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“; Deutsche Bank AG Wuppertal; DGB Wuppertal; Hans Böckler Stiftung; IG Metall Wuppertal; Ökofonds Bündnis 90 DIE GRÜNEN NRW;Rosa Luxemburg-Stiftung; Stadtsparkasse Wuppertal; Stiftung Erinnerung, Landau; Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) Berlin; Stiftung Kalkwerke Oetelshofen; Stiftung W.; Verdi Wuppertal. |
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Fransecky, Tanja/ Rudorff, Andrea/Schneider, Allegra/ Stracke, Stephan (Hrsg.): Kärnten – Slowenien - Triest. Umkämpfte Erinnerungen. Berlin, Hamburg 2010 um Buch: Die Alpen-Adria-Region ist ein geschichtspolitisch umkämpftes Gebiet. Hier bündeln sich zentrale politische
Konflikte des 20. Jahrhunderts. GeschichtsaktivistInnen aus Slowenien,
Deutschland, Italien und Österreich haben gemeinsam mit ZeitzeugInnen Orte der
Besatzung, der Folter und Deportation, aber auch des Widerstands aufgesucht.
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Interaktives und digitales Gedenkbuch für die NS-Opfer aus Wuppertal Einladung zu einem 2.Treffen am 9.3.2010 um 19:00 Uhr in der Begegnungstätte Alte Synagoge. Wir möchten Sie herzlich zu einem weiteren Treffen zur Umsetzung des Gedenkbuch-Projektes einladen. Gedenkfeier zum Wuppertaler Befreiungstag am 15. April 2010 Gleichzeitig möchten wir Sie auf Projekte hinweisen, die im (inhaltlichen) Zusammenhang mit dem Gedenkbuchprojekt stehen. Für Kurzentschlossene findet heute um 17:00 Uhr die vom Verein "Spurensuche NS-Geschichte in Wuppertal" organisierte Gedenkfeier an das Burgholz-Massaker auf dem Friedhof an der Schorferstrasse in Cronenberg statt. Am 11. April 2010 begleiten wir eine Gruppe zur Befreiungsfeier in der Gedenkstätte Buchenwald und bereiten eine kleine Gedenkfeier für die in Buchenwald zu Tode gekommenen Wuppertaler vor. Darüber hinaus bereiten wir zur Zeit eine kleine Gedenkfeier zum Wuppertaler Befreiungstag am 15. April im Rathaus vor. Eingeladen sind ehemalige niederländische Zwangsarbeiter und die Veteranen der Roten Armee, die sich Rat der Kriegsveteranen in der jüdischen Kultusgemeinde Wuppertal organisiert haben. Im zweiten Teil der Veranstaltung möchten wir das digitale und interaktive Gedenkbuchprojekt für die Wuppertaler Opfer des Nationalsozialismus vorstellen und über die vergessenen Opfergruppen informieren. Beginnen wollen wir mit einem Vortrag des Düsseldorfer Historikers Frank Sparing. Er wird über die vergessene Opfergruppe der Roma und Sinti referieren. Ebenfalls am 15. April beginnt das Seminar "Erinnerung 2.0 Digitales und interaktives Gedenkbuch für die Wuppertaler NS-Opfer" an der Bergischen Universität Wuppertal. |
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Interaktives und digitales Gedenkbuch für die NS-Opfer aus Wuppertal Einladung zu einem ersten Treffen am 26.1.2010 um 19:00 Uhr in der Begegnungstätte Alte Synagoge. Das Ende der Zeitzeugenschaft rückt immer näher, nur noch sehr wenige Menschen, die den Nationalsozialismus als Widerstandskämpfer, Zwangsarbeiter oder KZ-Gefangene überlebt haben, stehen für (Jugend) Begegnungen und für die heutige historisch-politische Bildungsarbeit zur Verfügung. Die historisch-politische Bildungsarbeit zur NS-Geschichte wird sich auf die Zeit ohne Zeitzeugen vorbereiten müssen. Seit dem 1.9.2009 arbeitet unser Geschichtsverein an einem digitalen und interaktiven Gedenkbuch für die Wuppertaler Opfer des Nationalsozialismus. In Anlehnung an Projekte wie das „Denkmal der Namen“ im österreichischen Villach http://www.net4you.com/haiderftp/aktivitaeten/denkmal.html wollen wir die Grundlagen schaffen für ein digitales und interaktives Gedenkbuch mit den Namen und Lebensgeschichten aller Wuppertaler Opfer, die durch den Nationalsozialismus den Tod fanden. Bis heute fehlen in Wuppertal verlässliche Angaben über die Anzahl der Wuppertaler Opfer des Nationalsozialismus wie auch über die Namen und Biographien. Während das Schicksal der Wuppertaler Juden, der ermordeten Angehörigen der Arbeiterbewegung und des kirchlichen Widerstands weitgehend erforscht ist, gibt es über die (vergessenen) Opfergruppen wie z.B. die Roma und Sinti, die Zeugen Jehovas, die als „Asoziale“, „Arbeitsscheue“ oder „Berufsverbrecher“ ins KZ verschleppte Gefangene, die Euthanasie-Opfer, Homosexuelle, Deserteure und ZwangsarbeiterInnen kaum verlässliche und öffentlich zugängliche Informationen. Es gibt keinen Ort in Wuppertal, an dem man die Namen der Getöteten aus allen Opfergruppen nachlesen kann und die Opfer geehrt werden. Angestrebt ist ein zunächst digitales Denkmal oder Gedenkbuch, dass den Opfern des Nationalsozialismus in Wuppertal ihre Namen, ihre Gesichter und soweit möglich ihre Lebensgeschichten wiedergibt. In einem zweiten Schritt, so unser Vorschlag, den wir zur Diskussion stellen wollen, suchen wir einen Ort in Wuppertal, an dem wir an das Schicksal der Wuppertaler NS-Opfer erinnern können und an dem sich auch die Angehörigen der Toten versammeln können. Interaktives und Digitales Gedenkbuch Das Gedenkbuch kann dabei u.a. auf die Datenbank- und Forschungsprojekte von Manfred Brusten, Dieter Nelles und Heinz Sünker von der Universität Wuppertal und der Begegnungstätte Alte Synagoge, auf das Gedenkbuch des Bundesarchivs, auf die Central Database of Shoah Victims' Names von Yad Vashem und auf eigene Forschungen der Vereinsmitglieder zurückgreifen. Grundlage des Gedenkbuches ist eine Liste der Wuppertaler Opfer mit biographischen Daten. Wir gehen von einem Personenkreis ca. 3.500 Personen aus, deren Lebensdaten und Biographien recherchiert werden müssen. Es sollen dabei alle Opfergruppen berücksichtigt werden. Geplant ist eine professionell gestaltete Website, auf der NutzerInnen nach dem Wiki-Prinzip allein oder mit Hilfe von Experten und Pädagogen Biographien der Opfer schreiben können. Schon die Arbeit an einem interaktiven Gedenkbuch wird so zu einem lebendigen und multiperspektivischen Ausflug in die verdrängte Geschichte des Nationalsozialismus in Wuppertal sein. Einladung zur Mitarbeit Unsere Einladung richtet sich zum einen an die Familienangehörigen der Wuppertaler NS-Opfer. Helfen Sie uns, den Lebensgeschichten ihrer Angehörigen eine würdige Form zugeben. Gleichzeitig bitten wir die verschiedenen engagierten Einzelpersonen, Vereine, Kirchen und Verbände, LehrerInnen und DozentInnen, StudentInnen und SchülerInnen um Mithilfe bei der Recherche und bei der Formulierung der einzelnen Biographien. Glücklicherweise haben seit vielen Jahren engagierte Bürger und Verbände den Kontakt zu den Wuppertaler NS-Opfern und ihren Familien in aller Welt gehalten. Es sind dabei über die Jahre vielfältige historische Materialien, Briefwechsel, Fotos und Filme entstanden. Wir möchten dazu einladen, Ihr Wissen, Ihre Recherchen, Ihre Fotos und Erinnerungen an die Wuppertaler NS-Opfer mit uns und der Öffentlichkeit zu teilen. Das Gedenkbuch wird interaktiv sein und wartet auf Ihre Biographien, aber auch auf Dokumente, Briefe und Fotos. Die Ergebnisse der Forschungen wollen wir gemeinsam mit Angehörigen der Opfer anlässlich einer Gedenkfeier am kommunalen Denkmal der Wuppertaler Opfer des Nationalsozialismus im Deweerthschen Garten präsentieren. Zu dieser Präsentation möchten wir die Angehörigen der Wuppertaler NS-Opfer nach Wuppertal einladen. Denkmal der Namen im Deweerthschen Garten? Neben der konkreten Arbeit an dem Gedenkbuch möchten wir mit dem Projekt auch die Diskussion eröffnen, ob wir in Wuppertal einen zentralen Ort der Trauer und der Erinnerung für alle Opfer des Nationalsozialismus schaffen wollen und können. Unsere Idee ist, das bestehende kommunale Denkmal für die Wuppertaler NS-Opfer im Deweertschen Garten – die kommunalpolitische Zustimmung vorausgesetzt - in diesem Sinne zu erweitern. Dieses Denkmal war 1958 u.a. von dem Widerstandskämpfer Karl Ibach als kommunaler Erinnerungs- und Gedenkort initiiert worden und ist bis heute Versammlungsort der städtischen Gedenkveranstaltung zum 20. Juli 1944. Der große Stein, der ehemalige Sockel eines eingeschmolzenen Kaiserdenkmals, ist bis auf eine kleine Gravierung zum KZ Kemna frei und könnte, so unser Vorschlag, einer schlichten Gedenktafel mit den Namen, Geburts- und Sterbedaten aller Wuppertaler NS-Opfer, einen würdigen Platz geben.. Darüber hinaus könnte der Deweerthsche Garten zusammen mit dem Gebäude der Bergischen Musikschule, dem ehemaligen Sitz der NSDAP-Kreisleitung, ein interessanter (Veranstaltung) Ort für eine zeitgemäße und würdige Erinnerungskultur und Geschichtsvermittlung sein. Das ist nur ein erster Vorschlag, wir sind gespannt auf Ihre Ideen.
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"SAG BLOß NICHT, DASS DU JÜDISCH BIST!" Die Verfolgungsgeschichte von Personen jüdischer und teiljüdischer Herkunft in der NS-Zeit und ihre generationsübergreifenden Auswirkungen Tagung:6.bis 8.März 2009 in der Evangelischen Bildungsstätte auf Schwanenwerder , 14129 Berlin "Zwischen den Stühlen", "und immer etwas fremd" -- so beschreiben sie sich selbst, eine fragile, von Ambiguitäten durchzogene Identität mehr umschreibend, denn fixierend. In der rassistischen Nomenklatur der Nazis hießen sie "Halb- und Vierteljuden", "jüdische Mischlinge" und "Geltungsjuden". Oder auch "Volljuden", denen, sofern sie oder bereits ihre Eltern zum Christentum konvertiert waren, das Taufsakrament gar nicht und der "arische" Ehepartner nur bedingt zum Schutze gereichte. Die Tagung widmet sich dieser Verfolgungsthematik und rückt so diejenigen in den Blick, die aufgrund ihrer oder ihrer Eltern / Großeltern Herkunft aus dem Judentum in das Netz der rassistischen Verfolgung gerieten. Damit soll ein bisher und immer noch kaum beachtetes Kapitel der Shoa-Erinnerung vergegenwärtigt werden. Weitere Informationen und Tagungsprogramm: "SAG BLOß NICHT, DAß DU JÜDISCH BIST " |
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Offener Bürgerantrag an die Bezirksvertretung Elberfeld
Für ein würdiges Umgehen mit den Opfern des Nationalsozialismus in Wuppertal! Für eine Rita und Yzchok Gerszt-Treppe!
Im Vorfeld der Gedenkfeier für die Opfer des Wuppertaler Konzentrationslagers Kemna wenden wir uns öffentlich an die Bezirksvertretung Elberfeld. Vom 19.-25. Juni 2008 wird die ehemalige Wuppertalerin, die Holocaust-Überlebende Stephanie Gerszt - Furman mit ihrer Tochter auf Einladung des "Vereins zur Erforschung der sozialen Bewegungen im Wuppertal" zum ersten Mal nach dem Zweiten Weltkrieg Deutschland besuchen. Sie wird am 21. Juni 2008 an der Gedenkfeier für die Opfer des KZ Kemna teilnehmen. Die US-Amerikanerin Stephanie Gerszt ist die Tochter der jüdischen Wuppertaler Widerstandskämpfer Yzchok und Rita Gerszt, die im Zuge der Wuppertaler Gewerkschaftsprozesse verfolgt und später in Auschwitz bzw. Bernburg von den Nazis ermordet wurden. Die damals 5 jährige Stephanie Gerszt konnte 1941 bei der Verhaftung ihrer Mutter durch die Gestapo in Brüssel in letzter Minute fliehen und überlebte die NS-Zeit versteckt in belgischen Waisenhäusern. 1947 wurde die Waise von ihrem Großonkel in die USA geholt. Es ist für uns eine große Ehre, Stephanie Gerszt-Furman in Wuppertal begrüßen zu dürfen. Stephanie Gerszt-Furman wird auf Einladung unseres Vereins zum ersten Mal wieder Wuppertal besuchen und wir werden versuchen, ihr die vergessenen Orte und Schauplätze des jüdischen Lebens und der Wuppertaler Arbeiterbewegung zu zeigen. Im Vorfeld des Besuchs haben wir - leider erfolglos - versucht, eine Ehrung und Würdigung der Widerstandskämpfer Yzchok und Rita Gerszt in Wuppertal anzuregen. Ausgerechnet im Kemna-Erinnerungsjahr ist eine Ehrung der beiden jüdischen Widerstandskämpfer aus der Wuppertaler Arbeiterbewegung in der Bezirksvertretung Elberfeld gescheitert. Eine Benennung einer noch namenlosen Elberfelder Treppe nach Yzchok and Rita Gerszt, die direkt an der Treppe in der Reiterstr. 3 bis 1936 gewohnt hatten, wurde mit folgender Begründung verwehrt: "Der Bezirksbürgermeister teilt mit, dass nach Rücksprache mit dem zuständigen Sachbearbeiter dringend davon abgeraten werde, diese Benennung zu beschließen. So sei diese Familie nur eine von ca. 1200 ermordeten Familien in Wuppertal. Sich hiervon eine auszusuchen sei nicht ratsam." (Bezirksvertretung Elberfeld 2.4.2008)
Wir halten diese Begründung für skandalös und im höchsten Maße für unverständlich. Vor dem Hintergrund der Kemna-Gedenkfeier fragen wir uns, welcher Mitarbeiter der Stadt Wuppertal eigentlich dringend davon abrät, einzelne Opfer des Naziterrors, stellvertretend für so viele, durch eine Straßenbenennung zu ehren? Hat der Bezirksbürgermeister wirklich Angst davor, dass Angehörige der über 1200 ermordeten jüdischen Familien ein Gedenkzeichen oder eine Straßenumbenennung in Wuppertal einfordern? Diese peinliche Variante von Schuldabwehr sollte uns auf den Plan rufen, endlich für würdige Erinnerungszeichen für die Wuppertaler Opfer des Nationalsozialismus zu sorgen. Im Vergleich zu anderen Großstädten gibt es erheblichen Nachholbedarf, was die aktive Erinnerung an die Opfer der Nationalsozialisten angeht. Von den 18 Antifaschisten, die im 1. Halbjahr 1933 von der SA in Wuppertal ermordet wurden, wird bislang nur an Oswald Laufer erinnert. Von den mindestens 71 ermordeten Widerstandskämpfern, die im Zusammenhang mit den Wuppertaler Gewerkschaftsprozessen inhaftiert wurden, ist bisher nur Friedrich Senger geehrt worden. Zum 75. Jahrestag der Eröffnung des KZ Kemna sei besonders daran erinnert, das bis heute eine Gedenktafel an dem Fabrikgebäude fehlt, in dem eines der ersten Konzentrationslager in Nazi-Deutschland eingerichtet war. Die älteren Wuppertaler werden sich sicher erinnern, es hat 50 Jahre gedauert, bis in Wuppertal ein Erinnerungszeichen für das unvorstellbare Leiden der Kemna- Opfer politisch durchsetzbar wurde. Die Überlebenden des KZ Kemna und mit ihnen, Jugendverbände und Gewerkschaften, hatten Jahrzehnte vergeblich für einen würdigen Erinnerungsort gestritten. Obwohl das Gebäude des ehemaligen KZ gut erhalten war, der historische Ort der Folter und Demütigung nicht zerstört war, und sich aus den Akten ergab, das ein Nebengebäude sogar durch Häftlingsarbeit gebaut wurde, gab es keine Chance, an dem Ort selbst eine würdige Gedenkstätte und ein Dokumentationszentrum für den Wuppertaler Widerstand aufzubauen. Man musste 1983 auf eine gegenüberliegende Böschung ausweichen und das in einem Schülerwettbewerb entstandene Mahnmal musste aus Spendengeldern finanziert werden. Die Privatbesitzer der Fabrik hatten sich sogar geweigert, eine Gedenktafel zuzulassen und manche WiderstandskämpferInnen wurden von den "Hausherrn" einfach weggejagt. Als ob es in diesem Land keinen Denkmalschutz gibt, konnte der historische Ort vom Besitzer entkernt und baulich verändert werden. Die Spuren des KZ sollten verschwinden, die Wuppertaler Öffentlichkeit sollte sich kein Bild machen können. Auch das alte Gestapo- und Polizeigefängnis an der Bachstrasse ist ohne Gedenkzeichen und wird dem Verfall preisgeben und soll abgerissen werden. Wir möchten Sie daher bitten, uns bei der Durchsetzung der Straßenbenennung zu unterstützen. Wir fordern die Ehrung der Wuppertaler Widerstandskämpfer Yzchok and Rita Gerszt durch die Benennung einer Treppe in der Elberfelder Nordstadt. Wir schließen uns damit dem Antrag der Bündnis 90 /Die Grünen Fraktion an: "Die Bezirksvertretung möge beschließen: Die Treppe zwischen der Plateniusstrasse und der Reiterstrasse wird benannt und erhält den Namen "Rita und Yzchok Gerszt-Treppe" Verein zur Erforschung der sozialen Bewegungen im Wuppertal e.V. Unterstützungsunterschriften bitte an info@wuppertaler-widerstand.de ErstunterzeichnerInnen: Verein zur Erforschung der sozialen Bewegungen im Wuppertal; Prof. Heinz Sünker, Bergische Universität Wuppertal; ASTA der Bergischen Universität Wuppertal; Spurensuche NS-Geschichte in Wuppertal e.V.; Hajo Jahn, Vorsitzender der Else Lasker-Schüler-Gesellschaft und Stiftung "Verbrannte und verbannte Dichter - Für ein Zentrum der verfolgten Künste"; Naturfreundejugend Wuppertal; Dr. Karl Heinz Roth, Stiftung für Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts, Bremen; Ulrich Föhse; Uli Klan; Naturfreundejugend Wuppertal; Koordinationskreis Antifaschismus Wuppertal, Rathausfraktion - die Linke Wuppertal; Dr. Ernst Stier, Berlin; Berliner Geschichtswerkstatt; Roman Fröhlich; Erwerbslosen- und Sozialhilfeverein Tacheles e.V.; Tatjana Schlaht; Matthias Wagner, Lüdenscheid; Dr. Gerhard Rammer, Bergische Universität Wuppertal; Ernst Diebels, Dipl.- Psychologe, Psychol. Psychotherapeut, Johanniter Tageskliniken Wuppertal; DKP Wuppertal; Niklas Reese; Naturfreunde Wuppertal; Prof. em. Klaus Schilling, Theoretische Physik - Bergische Universität Wuppertal; Doris Bender-Diebels; Armin Himmelrath, Journalist, Köln; Prof. Dr. Schminck-Gustavus, Universität Bremen.
Zur Biographie von Yzchok and Rita Gerszt, Reiterstrasse 3 Yzchok Gerszt, geboren am 16.10.1901 in Polen, wanderte 1920 nach Deutschland ein, arbeitete als Schneider und Reisender für eine Herenschneiderei und hatte sich später mit einer Lohnschneiderei selbstständig gemacht.Politisch engagierte er sich in Polen zunächst im sozialistischen "Bund", in Wuppertal trat er 1924 in die KPD ein. Bis 1933 war er u.a. im Vorstand des jüdischen Arbeiter-Kultur- Vereins an der Klotzbahn engagiert. Dort traf sich der Teil der (ost)jüdischen Community, die Lohnschneider und kleinen Selbstständigen aus dem Umkreis des Textil-Zentrums in der Hofaue, die sich der organisierten Arbeiterbewegung zugehörig fühlten. Zusammen mit den Wupertaler Widerstandskämpfern Ewald Funke, Jukiel Gilberg, Karl Ibach und Friedrich Senger und anderen arbeitete Yzchok Gerszt seit 1931 im AM-Apparat der KPD und hatte u.a. Kontakte zu antinazistischen Polizeibeamten aufgebaut. Nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten organisierte er zusammen mit seiner Frau Rita Gerszt Geldsammlungen bei jüdischen Sympathisanten der Arbeiterbewegung zur Finanzierung der illegalen Arbeit und Treffs für die illegale Arbeit. Yzchok Gerszt wurde im Zuge der 3. Verhaftungswelle der "Wuppertaler Gewerkschaftsprozesse" (www.gewerkschaftsprozesse.de) am 30. Juni 1936 verhaftet. Durch die Aussagen von Mitgefangenen erfuhr die Gestapo von der illegalen Arbeit und das Oberlandesgericht in Hamm verurteilte ihn zu 4 Jahren Zuchthaus. Yzchok Gerszt wurde zunächst 4 Jahre in den Zuchthäusern in Herford und Siegburg festgehalten. Das Polizeipräsidium in Wuppertal betrieb nach dem Haftende die "Ausweisung". Yzchok Gerszt wurde in Schutzhaft genommen und r nach Auschwitz deportiert. Dort starb er, so die amtliche Bescheinigung, am 13. Januar 1945, auf einem Todesmarsch, nur wenige Tage vor der Befreiung von Auschwitz durch die Rote Armee. Auch seine Frau Rita Gerszt, geborene Deutscher, ebenfalls Mitglied der KPD, und die im Juni 1936 vier Monate alte Tochter Stephanie gerieten in die Mühlen der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik. Ein letzter Versuch, die vorzeitige Freilassung ihres Ehemanns zu erwirken, scheiterte. Am 30. Juni 1939 verfasste Rita Gerszt ein Gesuch für die Freilassung ihres Ehemanns an den Generalstaatsanwalt in Hamm: "Ich habe zum 30. 6.1939 meine Ausweisung aus dem deutschen Staatsgebiet erhalten und richte deshalb die flehentliche Bitte an Sie, meinen Mann den letzten Rest seiner Strafe zu erlassen, damit wir zusammen auswandern können und mein Kind den Vater wieder hat (..) Ich befinde mich in einer ganz verzweifelten Lage, und ich weiß nicht wohin ich mich mit meinem 3jährigen Kindchen ohne meinen Mann wenden könnte. Statt dessen besteht bei einer Freilassung meines Mannes die Möglichkeit von seinen Verwandten in USA die Bürgschaft zur Einreise nach dort zu erhalten. Hierzu liegt auch beim Amerikanischen Konsulat unter Nr. 3153 der poln. Quote die Registrierung vor." Das Gnadengesuch wurde trotz "guter Führung" im Zuchthaus Herford abgelehnt: "G. ist staatenloser Jude Er hat noch mehr als 1 Jahr Strafe zu verbüßen." Rita Gerszt wurde 1939 für 4 Wochen inhaftiert. Nach der Haft floh sie mit ihrer Tochter nach Belgien. Stephanie Gerszt berichtete 2008: "Meine Mutter und ich verliessen Deutschland (.) mitten in der Nacht und überquerten zu Fuß die deutsch-niederlänische Grenze mit Hilfe eines Guides. Nach einem längeren Aufenthalt in den Niederlanden fuhren wir mit dem Zug nach Brüssel, wo die Schwester meiner Mutter, Helen Mandelbaum, in einem kleinen Appartement mit ihrem Ehemann und den beiden Kindern lebte." Da auch Belgien von den Deutschen besetzt war und die Verfolgungsmaßnahmen gegen die jüdische Bevölkerung anliefen, organisierte Rita Gerszt mit Hilfe ihrer Schwester ein sicheres Versteck für sie selbst und ihre Tochter. Sie wollten sich nur noch von ihren Verwandten und Freunden in Brüssel verabschieden, als die Gestapo zuschlug. Rita Gerszt wurde festgenommen und abgeführt. Im Durcheinander der Razzia konnte das fünfjährige Kind aus der Wohnung laufen. Sie lief lange durch die Straßen von Brüssel und fand dann die Wohnung ihrer Tante wieder. Helen Mandelbaum wandte sich an eine jüdische Hilfsorganisation und fand für Stephanie Gerszt ein Versteck in einem Waisenhaus. Das "Comite de defense des juifs" versteckte Stephanie unter falschen Namen in einem Waisenhaus in Forest. Den jüdischen Fluchthilfeorganisationen gelang es in diesen Jahren Tausende von jüdischen Kindern dem Zugriff der Nazimörder zu entziehen. Stephanie Gerszt wurde mit zahlreichen anderen jüdischen Kindern von den Alliierten Armeen 1944 befreit. Bei Kriegsende wurde sie für drei Monate in einem katholischen Kloster und anschließend in einem Waisenhaus untergebracht, das von einer jüdischen Organisation geleitet wurde, die die Einreise der jüdischen Waisenkinder nach Israel vorbereitete. Kurz vor derAbreise nach Israel intervenierte ein Onkel von Stephanie, George Gerszt, der in den USA lebte. Stephanie Gerszt erhielt die Einreiseerlaubnis in die USA und im Juni 1948 konnte sie in die USA einreisen. In ihren Wiedergutmachungsantrag vom 10.1.1967 schrieb sie u.a.: "Ich stand als Kind allein und verlassen in Belgien, und ich konnte nur durch die großzügige Hilfe von jüdischen Hilfsorganisationen mein Leben retten." Weitere Angaben konnte sie nicht machen, "da mein Erinnerungsvermögen durch die entsetzlichen Erlebnisse in meiner Jugend in einem sehr großen Ausmaße gelitten hat." Rita Gerszt wurde nach der Verhaftung in Brüssel nach Deutschland gebracht und in Düsseldorf vom Sondergericht zu 4 Monaten Gefängnis wegen angeblicher Devisenvergehen verurteilt. Vom 7.Juni 1940 -9. Oktober.1940 war sie im Gefängnis. Anschliessend wurde sie in das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück transportiert. Nach amtlichen Angaben kommt sie am 30.6.1942 im Lager ums Leben. Das Gedenkbuch für die Opfer von Ravensbrück verzeichnet unter dem Namen Rita Gerozt ihren Tod am 29.5.1942 in der T 4 Anstalt Bernburg. Rita Gerszt gehört zu den ca. 1600 Ravensbrücker Häftlingen, die im Vernichtungsprogramm "14 f 13" mit Kohlenmonoxid vergast und verbrannt wurden. Von den etwa 60 000 Menschen, die dort verbrannt und vergast wurden, konnten 1947 bisher nur 80 Urnen aufgefunden werden, die aber keinen Namen, sondern nur eine Nummer tragen. Die Urnen sind halb gefüllt mit Flugasche, die mit Leichenbrand vermischt sind. Auch für Rita Gerszt gibt es keine Grabstätte. |
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Befreiungsfeier in Wuppertal Datum: 16. April 2008 Uhrzeit: 19:00 Uhr Ort: Rathaus in Wuppertal-Barmen Am 16. April jährt sich zum 63. Mal die Befreiung Wuppertals. In Fortführung der Veranstaltung zum 16. April im letzten Jahr mit den ehemaligen niederländischen Zwangsarbeitern können wir dieses Jahr den niederländischen Jugendroman "Gestohlene Jugend" in deutscher Übersetzung der Öffentlichkeit vorstellen. Erzählt wird die Geschichte eines niederländischen Jungen, der im Oktober 1944 bei den sog. Kirchenrazzien verschleppt und nach Wuppertal zur Zwangsarbeit deportiert wurde. Das Buch konnte mit Bundesmitteln und privaten Spenden finanziert werden. In Anwesenheit der ehemaligen niederländischen Zwangsarbeiter möchten wir am Befreiungstag das Buch in Wuppertal vorstellen. Darüber hinaus werden ehemalige Angehörige der US-Army und der Roten Armee am Befreiungstag in Wuppertal sprechen. Wir sind sehr erfreut, dass der Veteran der US-Army, Dudley Strasburg, der das Bergische Land mitbefreit hat und an der Exhumierung der Opfer der Wenzelnbergschlucht beteiligt war, nach Wuppertal kommen wird. Eingeladen sind auch die Veteranen der Roten Armee und die Überlebenden der Blockade Leningrads, die sich im Rat der Kriegsveteranen in der jüdischen Kultusgemeinde Wuppertal organisiert haben. Neben dem Vorsitzenden Dr. Shklovsky werden auch ehemalige Rotarmisten und Überlebende der Blockade Leningrads sprechen. Grußwort: Oberbürgermeister Peter Jung Lesung: Olaf Reitz Es sprechen: Dudley Strasburg, Veteran der US-Army Dr. Juhym Shklovsky,Veteran der Roten Armee, Vorsitzender des Rates der Kriegsveteranen Volf Harasch,Veteran der Roten Armee, Moissei Efremovitch, Veteran der Roten Armee, Vorsitzender des Rates der Kriegsveteranen Liubov Grishenko, Überlebender der Leningrader Blockade Wiel Tulmans, ehemaliger niederländischer Zwangsarbeiter Dré Hanssen, Altsekretär der Stichting Deportatie oktober 1944 Noord en Midden Limburg'. VeranstalterInnen: Verein zur Erforschung der Sozialen Bewegungen im Wuppertal e.V. Spurensuche NS-Geschichte in Wuppertal e.V Stiftung W. mit Unterstützung des ASTA Bergische Universität Wuppertal |
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Ab 16. April 2008 im Buchhandel! Ton van Reen: Gestohlene Jugend »Ich habe den Krieg nur überstanden, weil ich meiner Mutter den Kummer nicht antun wollte, nicht heimzukehren. Deshalb habe ich die dunkelsten Momente überlebt.« (Lei Steeghs). Am 8. Oktober 1944 umstellten Wehrmacht und deutsche Polizei Kirchen und Dörfer im niederländischen Gebiet Limburg. Kurz vor der Befreiung wurden noch 3000 Niederländer nach Deutschland verschleppt. Viele waren noch Kinder. Sie kamen zunächst in ein Durchgangslager in Wuppertal und wurden wie auf einem Sklavenmarkt weiter verteilt. Sie wurden zu Zwangsarbeit nach Wuppertal, Salzgitter, Duisburg, Viersen und in viele andere Städte deportiert. Dieses Buch basiert auf den Erfahrungen von Lei Steeghs während des Zweiten Weltkriegs. Bei Kriegsbeginn war er elf Jahre alt. Als Fünfzehnjähriger wurde er verhaftet und als Zwangsarbeiter nach Deutschland deportiert, wo er schreckliche Dinge erlebte. Seine Geschichte steht für die von vielen Tausenden Zwangsarbeitern, die als Sklaven in der deutschen Kriegsindustrie eingesetzt wurden. So weit möglich wurden alle Situationen wahrheitsgemäß geschildert, sowohl in der Familie bei Lei zu Hause als auch, was die Deportation der Zwangsarbeiter nach Deutschland betrifft. Einige Namen wurden geändert, zum Beispiel die von NSB-Leuten oder anderen, die im Krieg falsche Entscheidungen getroffen haben, aber auch von Menschen, die nie mehr an den Krieg erinnert werden wollen. Leseprobe aus "Gestohlene Jugend", Roman: Gestohlene Jugend Eine Rezension von Ingolf Seidel auf lernen-aus-der-geschichte.de lesen hier |
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Gedenkfeier am 4. März 2008 in Wuppertal zum Todestag von Ewald Funke und den 1933 ermordeten und in den Selbstmord getriebenen Antifaschisten Datum: 4. März 2008 Zeit: 17.30 Uhr Ort: Mahnmal für die Wuppertaler Opfer des Nationalsozialismus im Deweerthschen Garten in Elberfeld Am 4.März 2008 jährt sich zum 70.Mal die Hinrichtung des Wuppertaler Widerstandskämpfers Ewald Funke in Berlin Plötzensee. Wir, die Forschungsgruppe Wuppertaler Widerstand (Verein zur Erforschung der Sozialen Bewegungen im Wuppertal. e.V) und die VVN-BdA laden deshalb zu einer kleinen Gedenkfeier am 4. März 2008 um 17.30 Uhr am Mahnmal für die Wuppertaler Opfer des Nationalsozialismus im Deweerthschen Garten in Elberfeld ein. Gleichzeitig wollen wir an die vor 75 Jahren, 1933, ermordeten und in den Selbstmord getriebenen Antifaschisten erinnern: Friedrich Born 01.03.1933 KPD Oswald Laufer 07.03.1933 Reichsbanner, auf offener Strasse von SA-Leuten erschossen Karl Altenloh 09.03.1933 Paul Reuber 18.03.1933 KPD 34 Friedrich Dähler 20.03.1933 August Klein 02.04.1933 KPD Friedrich Stracke 07.05.1933 Alexander Ascheuer 09.05.1933 Selbstmord, Gewerkschaftssekretär SPD/Reichsbanner Alfred Meyer 16.05.1933 Werner Dreyer 16.06.1933 SPD/Reichsbanner Erwin Kraehkamp 25.06.1933 KJVD Hans Goersmeier 26.06.1933 KPD Wolfram Custin 26.06.1933 SPD/Reichsbanner Friedrich Strunk 29.06.1933 Andreas Milfried 29.06.1933 KPD Julius Henning 05.07.1933 Max Kramer 25.07.1933 KPD Friedrich Merseburg 28.07.1933 KPD
Zum 70. Todestag des Wuppertaler Widerstandskämpfers Ewald Funke
Am 4. März 2008 jährt sich zum 70. Mal die Hinrichtung des Wuppertaler Widerstandskämpfers Ewald Funke. Auf roten Plakaten und mit einer knappen Pressemitteilung wurde die Hinrichtung des Widerstandskämpfers bekannt gegeben. "Der vom Volksgerichtshof am 16. August 1937 wegen Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens zum Tode und zu dauerndem Ehrverlust verurteilte 32jährige Ewald Funke aus Wuppertal-Elberfeld ist heute Morgen hingerichtet worden." Ewald Funke wurde als Kind einer sozialdemokratisch eingestellten Familie am 30. Juli 1905 in Remscheid geboren. Er machte eine Ausbildung als kaufmännischer Angestellter und war bis 1933 beim Arbeitsamt in Wuppertal beschäftigt. Der Vater war Stadtverordneter der USPD in Remscheid und Sekretär des freigewerkschaftlichen Holzarbeiterverbandes und trat nach Auflösung der USPD wieder in die SPD ein. Die Söhne Ewald, Otto und Kurt waren, bevor sie in die KPD bzw. in den Kommunistischen Jugendverband übertraten, wichtige Funktionäre der sozialdemokratischen SAJ und der Jungsozialisten. Ewald Funke trat spätestens 1932 in die Dienste des AM-Apparates in Wuppertal, wo er zunächst für die "Zersetzungsarbeit" innerhalb der SPD zuständig war. 1933 leitete er den Geheimapparat der KPD in Wuppertal und später im gesamten Bezirk Niederrhein. Die "Abteilung Militärpolitik" (AM) war der Nachrichtendienst der KPD. Der AM-Apparat war in Wuppertal die einzige Struktur der KPD, die von den ersten Verhaftungswellen verschont blieb. Der Apparat setzte sich in Wuppertal u.a. aus ehemaligen Sozialdemokraten, Intellektuellen und jüdischen Kommunisten zusammen. Hauptaufgabe war die Absicherung der Spitzenfunktionäre bzw. die Beschaffung von illegalen Wohnungen, schließlich wurde ihnen die Spitzelabwehr übertragen. Zusammen mit Kontaktleuten aus den Betrieben verfassten sie Betriebsberichte, erforschten die Stimmung und 'spionierten' nach Rüstungsgütern. Der Wiederaufbau der Gewerkschaftsgruppen wurde begleitet durch ein Netz von Vertrauensleuten in den Betrieben, die regelmäßig Informationen und Stimmungsberichte an den AM-Apparat weitergaben. Es gelang in Wuppertal sogar sozialdemokratische Gewerkschafter wie Friedrich Senger und Adolf Mann für diese gefährliche Arbeit zu gewinnen. So konnten die betrieblichen Auseinandersetzungen 1934 mit intern gewonnenen Informationen, veröffentlicht in Zeitungen und Flugblättern, begleitet werden. Höhepunkt der Aktivitäten war die internationale Solidaritätskampagne zu den Wuppertaler "Gewerkschaftsprozessen", die über die Strukturen des AM-Apparates mitorganisiert wurde. Erst im Juli 1936, gelang der Gestapo der Einbruch in die verdeckten Strukturen. Bis dahin arbeiteten sogar zwei eingeschleuste Kommunisten unerkannt in der SA, in der HJ und in der Deutschen Arbeitsfront. Ewald Funke wurde im Frühjahr 1934 aus Sicherheitsgründen ins Exil abgezogen und auf die Militärpolitische Schule in Moskau geschickt. Nach Auflösung des AM- Apparates wurde er 1936 von der Schweiz aus als Instrukteur für den Großraum Stuttgart eingesetzt. Auf seiner dritten Reise wurde er zusammen mit Max Stingl verhaftet. Sie waren von dem Spitzel Eugen Wicker, der in der Widerstandsleitung der Stuttgarter KPD arbeitete, verraten worden. Max Stingl und Ewald Funke wurden brutal gefoltert. Die Gestapo erpresste schließlich Aussagen und ein umfangreiches Geständnis. Im gleichen Zeitraum konnte die Gestapo in Wuppertal, Hamburg und Düsseldorf weitere AM-Funktionäre wie Karl Ibach, Otto Kettig, Hans Israel und Karl Tuttas festnehmen, so dass eine Überführung der Widerstandskämpfer durch gegenseitige Belastungen bei den unter Folter durchgeführten Verhören für die Gestapo einfach war. Der 1. Senat des Volksgerichtshofs unter dem Vorsitz von Otto Georg Thierack verurteilte Ewald Funke am 16. August 1937 zum Tode. Er starb am 4. März 1938 in Berlin-Plötzensee unter der Guillotine.
Widerstandskämpfer ohne Grab Sein Vater hatte sich vergeblich um die Herausgabe des Leichnams bemüht. Der Leichnam Ewald Funkes wurde dem Anatomischen Institut der Universität Berlin überlassen. Eine Grabstelle für ihn gibt es nicht, die Leichenteile wurden verbrannt und an unbekannter Stelle auf einem unbekannten Berliner Friedhof bestattet. Bei der Vorbereitung einer Gedenkfeier für Ewald Funke hatten sich Wuppertaler HistorikerInnen und und die VVN -BdA auf die Suche nach dem Grab von Ewald Funke gemacht. Es stellte sich heraus, das seit 1938 die Leichen der in Plötzensee Hingerichteten nicht mehr zur Beerdigung freigegeben wurden, sondern der Berliner Anatomie zur Verfügung gestellt wurden. Die "nichtverwertbaren Reste" wurden in Berliner Krematorien verbrannt und in der Regel in anonymen Urnen auf Gräberfeldern auf Berliner Friedhöfen begraben. Zum 70. Todestag von Ewald Funke ist daher ein Gedenken an dem Grab von Ewald Funke nicht möglich. Die Suche nach den Gräbern geht aber weiter. Das Fehlen der Gräber betrifft nicht nur die Wuppertaler Angehörigen, sondern fast 3000 Familien im In- und Ausland, deren hingerichtete Familienmitglieder kein Grab haben. Deshalb laden die Angehörigen und Freunde der Wuppertaler NS-Opfer zusammen mit der VVN-BdA Anfang Juni 2008 nach Berlin ein, um zusammen mit anderen Angehörigen und Verfolgtenverbänden gemeinsam zu beraten, wie die Gräber doch noch gefunden werden können. Ein weiteres Anliegen ist die Aufstellung von würdigen Erinnerungszeichen an den gefundenen Gräberfeldern und Hinweistafeln in der Gedenkstätte Plötzensee zum Verbleib und zur Verwertung der Leichen in der Berliner Anatomie. Von Plötzensee in die Anatomie Ewald Funke ist einer von fast 3000 Menschen, die in der NS-Zeit in Berlin-Plötzensee hingerichtet wurden. Seit einer Verfügung aus dem Jahre 1938 war eine Herausgabe der Leichen Hingerichteter nicht mehr "vorgesehen". Die Gestapo wollte wohl Solidaritätskundgebungen bei den Beerdigungen der WiderstandskämpferInnen vermeiden. Angehörige, die zum Teil persönlich in Berlin um die Herausgabe der sterblichen Überreste ihrer Kinder nachfragten, wurden abgewiesen. Die Leichen wurden direkt von den Helfern des Chefanatomen Hermann Stieve in die Berliner Anatomie der Friedrich Wilhelms Universität gebracht. Dort dienten die Körper der Hingerichteten zum einen der Ausbildung der Mediziner, zum anderen zu Forschungszwecken. Der bekannte Wissenschaftpublizist Hoimar von Ditfurth erinnerte sich, dass es bei seinem Studium dort nie zu einem Mangel an Leichen gekommen sei. "Es waren ganz überwiegend Leichen von jungen, gesunden Männern. Und noch etwas war allen Leichen gemeinsam. Ihnen fehlte der Kopf." Die Körper der WiderstandskämpferInnen wurden aber auch der Forschung zur Verfügung gestellt. Es wurden Präparate von Körperteilen, Schädel- und Knochensammlungen angelegt. Der Berliner Anatom Hermann Stieve profitierte besonders von der "zeitnahen Anlieferung" junger Frauenleichen, die er für seine gynäkologischen Forschungen nutzte. Sein wissenschaftliches Renommee erwarb er sich damit, dass er "plötzlich zu Tode gekommenen" jungen Frauen unmittelbar nach dem Tod die Eierstöcke und Gebärmutter entnahm und untersuchte. 1938 schrieb Stieve begeistert von den neuen Möglichkeiten der Forschung: "Durch die Hinrichtungen erhält das Anatomische und anatomisch-biologische Institut einen Werkstoff, wie ihn kein anderes Institut der Welt besitzt." In einer Fachzeitung publizierte er 1942 über "Die Wirkung von Gefangenschaft und Angst auf den Bau und die Funktion der weiblichen Geschlechtsorgane". Noch nach dem Krieg berichtete Hermann Stieve über eine 22-jährige Frau, deren Monatsblutung "infolge starker nervöser Erregung" elf Monate lang ausgeblieben war. Aber plötzlich trat, "im Anschluss an eine Nachricht, die die Frau sehr stark erregt hatte (Todesurteil), eine Schreckblutung ein. Am folgenden Tag starb die Frau plötzlich durch äußere Gewalteinwirkung." Noch 1952 schrieb Stieve im "Zentralblatt für Gynäkologie", das er "mehrfach" Gelegenheit hatte, "Männer und Frauen zu untersuchen, die langsam verhungert waren. Gemeint waren wohl "angelieferte Körper" aus Konzentrationslagern und "Euthanasie"- Anstalten. Genaueres, was die Verwertung der Körper des einzelnen Hingerichteten angeht, ist nicht bekannt. Das Leichenbuch, das über die Verwendung der Körper Auskunft hätte geben könnte, wurde von interessierter Seite rechtzeitig vernichtet. So konnte auch Hermann Stieve nach dem Krieg seine wissenschaftliche Karriere in Ost und West fortsetzen. Stieve war erfolglos, aber eingehend von den Alliierten und dem MfS befragt worden, ein Mitarbeiter von Stieve wurde allerdings von sowjetischen Behörden verhaftet. Sein Schicksal ist unbekannt. Stieve selbst konnte sich damit herausreden, dass es auch zur Zeiten der Weimarer Republik normal gewesen sei, dass Hinrichtungsopfer der Anatomie "zufallen". Ohne Leichenbuch konnte ihm eine gezielte Forschung an den Leichnamen politischer NazigegnerInnen nicht nachgewiesen werden. 1952 starb Hermann Stieve, hoch geachtet in Ost und West. In einem Nachruf heißt es: "Als leidenschaftlicher Jäger holte er sich seine Objekte aus manchen Ländern Europas: Was er tötete und was die Anatomie ihm bot, machte er durch Deutung in Worte und Schrift wieder lebendig. Die Leichen stammten von Unglücksfällen oder von Menschen, die wegen gemeiner Verbrechen (...) von regulären Gerichten zum Tode verurteilt waren."
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